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Büro zuhause einrichten: Rechte, Pflichten & Tipps

Vor allem für Pendler und Eltern bietet die Arbeit in den eigenen vier Wänden eine echte Erleichterung in ihrem Arbeitsalltag. Aber das sogenannte Home-Office erfordert zusätzliche Vorbereitungen und Voraussetzungen, damit die Heimarbeit gut und ohne Einbußen funktionieren kann.

Hier erfahren Sie, für wen sich das Home-Office eignet, welche Vorteile sich daraus ergeben und wie Sie sich Ihr perfektes Büro zuhause schaffen können!

Homeoffice: So gelingt die Einrichtung des Heimbüros!

Home-Office nimmt immer weiter zu

Was für viele undenkbar war, ist nun endlich auf dem Vormarsch: Homeoffice. Die Entwicklung schreitet rasant voran, auch in Deutschland.

Vier von zehn Arbeitgeber bieten Home-Office an

Das Arbeiten von Zuhause aus ist bereits bei mehreren Unternehmen Standard.

  • So geben 2019 vier von zehn Arbeitgebern, also 39 Prozent, ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, anstatt im klassischen Büro zuhause zu arbeiten. Zu dem Ergebnis ist der Digitalverband Bitkom gekommen, der eine Befragung unter mehr als 800 Personalverantwortlichen sowie Geschäftsführern von mehreren Unternehmen durchgeführt hat.
  • Im März 2020 kommt der Verband sogar zum Ergebnis, dass jeder zweite Arbeitnehmer von zuhause aus arbeitet, also nicht nur die Option hat, sondern das auch wahrnimmt.

Für wen eignet sich das Home-Office?

Die Vereinbarung für die Heimarbeit muss zwischen Unternehmer und seinen Arbeitnehmern geschlossen werden.

Wenn Sie im Büro vor einem Bildschirm arbeiten, bietet sich das Home-Office auf jeden Fall an.

So eignet sich das Arbeiten von Zuhause aus unter anderem für IT-Entwickler oder kreative Berufe, die grundsätzlich ihre Arbeit auch von zu Hause aus erledigen können. Auch bei einem weiten Arbeitsweg macht die Heimarbeit durchaus Sinn.

Home-Office : Vorteile für Mitarbeiter

Das Home-Office hat den Vorteil, dass Sie als Arbeitnehmer nicht in einem großen Büroraum mit mehreren Kollegen sitzen müssen. Denn in großen Räumen kann es schnell stickig werden, und da es immer wieder Kollegen gibt, denen immer wieder zu kalt ist, sodass Sie nicht in regelmäßigen Abständen ohne vorhersehbare Diskussionen lüften können, breiten sich Krankheiten sehr schnell aus.

Arbeiten Arbeitnehmer im Home-Office, melden sich diese weniger krank, da man auch mit einem harmlosen Schnupfen von daheim aus arbeiten kann, ohne dass Sie beispielsweise einen stressigen Arbeitsweg auf sich nehmen müssen. So hat der Arbeitgeber einen geringeren Arbeitsausfall bei seinen Mitarbeitern.

Home-Office: Vorteile für Unternehmer

Das Home-Office hat für den Arbeitgeber grundsätzlich den Vorteil, dass er den Interessen seiner Arbeitnehmer nachkommen kann. So fördert das Home-Office ein positives Image des Arbeitgebers und zusätzlich eine Personalbindung.

Außerdem sparen Unternehmer hohe Kosten, die unter anderem durch die Anschaffung von Arbeitsutensilien wie Schreibtisch oder PC anfallen. Auch bieten viele Chefs Lebensmittel und Getränke an. Wenn die Mitarbeiter nicht präsent sind, können hier immense Kosten eingespart werden.

Des Weiteren sind Angestellte im Home-Office produktiver, da sie durch eine ungestörte und konzentrierte Arbeitsumgebung mehr leisten können, als im Großraumbüro des Unternehmens. So bietet sich hier für den Unternehmer der Vorteil, dass die zu erfüllenden Aufgaben zuverlässiger, schneller und besser von den Mitarbeiter erledigt werden können.

Home-Office – Ausrüstung für Zuhause

Das Homeoffice muss aber erstmal entsprechend eingerichtet werden, dazu bieten wir im Folgenden ein paar Tipps. Es gibt mittlerweile auch spezielle Ratgeber, wie man das Homeoffice einrichten kann und welches Equipment benötigt wird.

Home-Office – Voraussetzungen für die Kommunikation

Damit das Home-Office funktionieren kann, müssen sich das Unternehmen als auch die Mitarbeiter darauf vorbereiten. So muss sichergestellt sein, dass jeder über einen Laptop, eine Software für eventuelle Meetings (oder einen Cloud Speicher und Skype) verfügt.

Es ist in erster Linie wichtig, dass Sie als Arbeitnehmer untereinander für Ihre Kollegen und Ihren Chef stets erreichbar sind. Das können Sie mittels Internet, E-Mail oder auch Telefon gewährleisten. Außerdem ist es ideal, wenn Sie zu bestimmten Kernarbeitszeiten arbeiten, zu denen Sie immer erreichbar und an Ihrem Arbeitsplatz sind.

Einen festen Arbeitsplatz schaffen

Zunächst ist es wichtig, dass Sie sich als Arbeitnehmer einen festen Arbeitsplatz schaffen. Das heißt, nicht auf der Couch arbeiten, sondern im günstigsten Fall sich ein eigenes Büro zurechtmachen. Wer nicht die Möglichkeit hat, einen separaten Raum als Arbeitsraum zu nutzen, der kann sich durch wenige Tipps einen abgetrennten Bereich schaffen, um für eine Büroatmosphäre zu sorgen.

So sind Raumtrenner in Form von Pflanzen, einer anderen Wandfarbe oder in Form von Bücherregalen die optimale Lösung, um eine optische Trennung von Arbeitsplatz und dem restlichen Wohnraum zu erzeugen.

Vorbereitungen treffen

Vergewissern Sie sich vorab, dass Sie mit allen nötigen Utensilien ausgestattet sind, die Sie für Ihre Arbeit im Home-Office benötigen. Das heißt, dass Sie alle nötigen Zugangsdaten einschließlich Passwörter kennen sollten. Auch die Kontaktdaten Ihrer Kolleginnen und Kollegen sowie die Ihres Arbeitgebers sind wichtig, um gegebenenfalls Absprachen tätigen zu können.

Vermeiden Sie Ablenkungen

Da Sie von Zuhause aus arbeiten, gibt es natürlich viele Verlockungen, die Ihre Arbeit unterbrechen könnten wie beispielsweise der Fernseher oder das eigene Bett, um ein kleines Nickerchen zu machen.

Damit Sie im Home-Office möglichst effektiv arbeiten können, sollten Sie potenzielle Ablenkungen aus Ihrer unmittelbaren Reichweite entfernen. Es hilft schon, wenn Sie das Handy, Buch oder die Fernbedienung außerhalb Ihres Arbeitsplatzes aufbewahren.

Die Raumtemperatur und Lichtverhältnisse

Die ideale Raumtemperatur Ihres Arbeitszimmers beträgt ungefähr 22 Grad Celsius. Sie sollten des Weiteren in regelmäßigen Abständen lüften, um ausreichend frische Luft in Ihrem Raum zu lassen.

Wenn Sie schreiben, sollten Sie Ihren Bildschirm auf 400 bis 600 Lux eingestellen. Lassen Sie genügend Tageslicht in Ihr Arbeitszimmer, da viel Tageslicht dafür sorgt, dass Ihre Augen weniger stark belastet werden als bei künstlichem Licht.

Schreibtisch und Stuhl

Als Arbeitnehmer sollten Sie vor allem beim Schreibtisch und beim Stuhl für Ihr Home-Office auf bestimmte Kriterien achten.

Der Schreibtisch:

  • Bevorzugen Sie bei der Anschaffung einen neigbaren Schreibtisch
  • Idealerweise ist der Schreibtisch auch höhenverstellbar, so kann man während der Arbeitszeit auch mal stehen.
  • Der Schreibtisch braucht eine Höhe von mindestens 72 cm
  • Die Arbeitsflächengröße sollte die Maße 160 x 80 cm haben
  • Vibrierende Geräte wie ein Drucker sollten Sie auf einem anderen Tisch platzieren
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Beinfreiheit
  • Die Oberfläche des Schreibtisches sollte reflexionsarm sein

Der Schreibtischstuhl:

  • Die Sitzhöhe sollte auf der Höhe der Kniekehle sein
  • Eine Rückenlehne stützt Ihren Rücken und ist in der Bewegung flexibel
  • Halten Sie einen festen Kontakt zur Rückenlehne sowie etwas Platz von der Sitzvorderkante zu Ihrer Kniekehle
  • Die Armauflage muss der Ellenbogenhöhe über der Sitzfläche entsprechen

FAQ: Recht & Hintergründe zu Home-Office

Sicherlich entsteht aktuell auch Unmut: Der eine kann und darf von zuhause aus arbeiten, dem anderen wird es untersagt. Aber wie sieht das Regelwerk dazu eigentlich aus? Wir beantworten ein paar wesentliche Fragen in diesem Zusammenhang.

Hat man ein Recht auf Home-Office?

Bisher gibt es in Deutschland kein Recht auf Home-Office.Die Entscheidung, ob das Arbeiten im Homeoffice für den Arbeitnehmer möglich ist, liegt im Grunde beim Arbeitgeber. Arbeitnehmer können demnach nicht vom Unternehmen verlangen, in den eigenen vier Wänden arbeiten zu dürfen.

Arbeitsminister Heil möchte dies aber in Zukunft ändern. So sagt er, dass jeder, der möchte, im Homeoffice arbeiten sollte, auch nach der Corona-Pandemie. Denn bei einem gesetzlich verbrieften Rechtsanspruch Homeoffice müssen Unternehmen den Arbeitnehmern, die von zuhause aus arbeiten wollen, den Wünschen ihrer Mitarbeiter auch nachkommen und eine Ablehnung müsste begründet werden.

Welche Berufe sind vom Home-Office ausgeschlossen?

Wenn Sie sich überlegen, Home-Office zu machen, müssen Sie sich im Vorfeld darüber informieren, ob die Heimarbeit in Ihrem Unternehmen überhaupt möglich ist. So bietet sich bei einer geringen Arbeitnehmerzahl grundsätzlich kein Home-Office an.

Außerdem können bestimmte Berufsgruppen das Home-Office nicht durchführen. Dazu gehören Berufe, die generell die Anwesenheit vor Ort erfordern wie beispielsweise bei Handwerkern, Klempnern oder Elektrikern.

Wie sieht Home-Office in anderen Ländern aus?

Wie sieht es aber in anderen Ländern aus? Tatsächlich haben einige Länder in Europa einen Rechtsanspruch auf Home-Office, darunter unter anderem:

Finnland und Niederlande: Absolute Spitzenreiter in Sachen Heimarbeit sind mit 14,0 Prozent die Niederlande. Finnland ist mit 13,3 Prozent dicht hinter den Niederlanden.

Schweden: Schweden ist der Vorreiter in Europa in Sachen Gleichberechtigung und Berufstätigkeit von Frauen. In Schweden ist es üblich, dass Frauen mit Kindern weiterhin berufstätig sind, da Kinderbetreuungs-Konzepte und viele Teilzeitangebote dies ermöglichen. Die Elternzeit beträgt in Schweden 16 Monate, in denen der Staat bis zu 80 Prozent des Gehaltes für Väter und Mütter übernimmt. Auch die Teilzeitquote beträgt 35 Prozent. Nicht zuletzt aufgrund der Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist in Schweden auch das Home-Office weit verbreitet.


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